13.06.2010 (-pb-)
Last-Minute Sieg bei Red Star: 2-3

Red Star - Wädenswil 3    2-3

Fest entschlossen die 3 Punkte aus der Brunau zu entführen traten die Wädenswiler auf den Platz und nahmen von Beginn weg das Spieldiktat in die Hand. Die spielerische, läuferische und technische Überlegenheit von Wädenswil machte Red Star mit ausgezeichnetem Stellungsspiel und einem starken Torhüter wett. Falls dies mal nicht funktionierte verliessen sich die Zürcher auf das Unvermögen der Seebuben vor dem Tor. Es war teilweise erbärmlich, wie die Chance vergeben wurden. Wie so oft gepredigt kassieren diejenigen die Tore, die sie nicht schiessen. Der womöglich einzige Schuss auf das Wädenswiler Tor in der ersten Spielhälfte bedeutete gleich das 1-0 für die Gastgeber. Ein Schuss in Perfektion vom linken Strafraumeck, der eigentlich über das Tor gehen müsste. Jabulani entschied sich aber doch anders und senkte sich präzise ins hohe rechte Eck.

Nach dem Rückstand drückten die Wädenswiler weiterhin Richtung RS-Goal. Doch auch der eingewechselte Schaufi Formlos konnte bis zur Pause nichts mehr daran ändern, dass Red Star mit der Führung im Rücken zum Tee antreten konnte.

In der zweiten Halbzeit änderte sich am Spielgeschehen nicht viel. Wädi drückte weiterhin aufs Tor, jedoch liess man Red Star mehr Platz zum kontern. So kamen sie vermehrt in die nähe des Strafraumes, was immer wieder für Gefahr sorgte. Auf der anderen Seite wurden mittlerweile erbärmlich kläglich gute Möglichkeiten nicht genutzt, was wieder gemäss Gesetzt bestraft wird. Einem indirekten Freistoss kickte der Torhüter weit in die wädenswiler Platzhälfte aus, die Schwarze Perle von Red Star hob anschliessend den Ball hoch über den herauseilenden Alan. Im Sinkflug schien Jabulani die Latte noch zu streifen, jedenfalls landete er genau hinter der Torlinie. Ein weiteres Supertor, 2-0 für Red Star.

Was danach passierte, weiss niemand mehr so genau. Es wirkte etwas surreal. Eigentlich glaubte niemand mehr an eine Wende, was aber nicht heisst, dass man nicht mehr mit letztem Einsatz alles dafür gibt (denn wenn man dies nicht tut, wird es einen das ganze Leben lang verfolgen und man stellt sich die Frage, was wäre gewesen wenn…?). Darum einfach alles geben und schauen was passiert.

Es passierte der Anschlusstreffer. Chance X entstand durch eine scharfe halbhohe Hereingabe von der linken Seite. Danilo mit einem schönen Hechtkopfball am Fünfer besorgte den ersten Treffer. Die fallenden Steine waren beinahe so laut wie die Vuvuzelas in Südafrika, die Boden wurden vom Aufprallt erschüttert. Es war noch genug Zeit für ein weiteres Tor. Also hopp. Wer möchte? Thomas wollte. Einen raffiniert flach getretenen Freistoss von der rechten Strafraumgrenze drosch der Tomster in die nahe Ecke zum Ausgleich. Der Jubel war nicht grenzenlos, denn das Spiel dauerte ja noch an, es musste ja noch zu Ende gespielt werden. Wer zwei Tore schiesst, schiesst auch drei hiess die Devise. Um es möglichst nervenzerreissend zu gestalten entschloss sich Danilo bis zur 92. Minute zu warten, ehe er an der Strafraumgrenze mit einigen verzögernden Massnahmen seinen satten Schuss im Red Star Gehäuse versenkt sah. Die frei gewordene Energie des kollektiven Aufschreis brachte glatt das Wasser in den Trinkflaschen zum kochen. Das Anrennen von Red Star in der letzten Spielminute konnte sicher über die Runden gebracht werden. Der Schiedsrichter pfiff die Partie ab und nun konnten endlich die Spieler zum grenzenlosen Jubel ansetzen.

AUF!



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